05.03.10 - Campus, IT & Netzwelt

(Uni-) Bremen auf der CeBIT

Auch das kleinste Bundesland Deutschlands ist mit einem eigenen Stand auf der CeBIT vertreten. Intelligente Prozesse in der Logistik, Wearable Computing oder Roboter die Fußball spielen, ein Blick auf Bremens Innovationen lohnt sich.

11 Aussteller auf dem Bremer Gemeinschaftsstand in Halle 6

Das BIBA präsentiert eine intelligente Wechselbrückensteuerung...

... und Zustandsorientierte Instandhaltung, hier an einem interessanten Demonstrator.

SiWear steht für Sichere Wearable-Systeme...

... und wird in Halle 4 an einem Beispiel vorgeführt.

Berührungsängste gab es zumindest auf der CeBIT nicht.

Informatikstudenten der Universität Bremen präsentieren ihr Projekt in Zusammenarbeit mit dem DFKI in Halle 9

Intelligente Roboter die Fußballspielen...

... messen sich regelmäßig beim RoboCup.

Bremen ist das kleinste Bundesland in Deutschland. Dennoch braucht es sich auf der diesjährigen CeBIT nicht zu verstecken. Immerhin arbeiten in Bremen über 7000 Menschen in der IT-Branche in über 650 Unternehmen. Ein wichtiger Ort für Innovationen ist dabei die Universität mit ihrem Technologiepark, wo z.B. das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik angesiedelt ist. 

Auf einem Gemeinschaftsstand in Halle 6 präsentiert sich das Land Bremen mit 11 ausgewählten Unternehmen bzw. Projekten. 

Intelligente Wechselbrückensteuerung und Zustandsorientierte Instandhaltung

Unter den 11 Ausstellern ist auch das Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA), das neben dem Fallturm an der Bremer Uni angesiedelt ist. Das BIBA stellt gleich zwei Projekte aus ihrem Repertoire vor. Zum einen währe da das Projekt INWEST, welches den Verkehr auf Straßen und Schienen reduzieren möchte. Das spart nicht nur Zeit und Geld sondern schont auch die Umwelt. Dafür werden Container bzw. so genannte Wechselbrücken mit technischen Modulen ausgestattet, die einem zentralen System unter anderem Ladezustand und Standort melden. Dieses System kann dann einem Disponenten Vorschläge für die Routenplanung machen.

Zumindest jeder Autofahrer kennt das: Feste Inspektionszyklen und auch der TÜV möchte alle vier Jahre gerne mal einen Blick auf das Auto werfen. Doch Schäden und Probleme halten sich oft nicht an diese Zyklen, sondern können eher auftreten. Dies auch gerne unbemerkt vom Nutzer und wenn er es dann bemerkt ist der Schaden oft größer. Damit beschäftigt sich das zweite gezeigte Projekt des BIBA und zwar die Zustandsorientierte Instandhaltung. Hierbei werden Fahrzeuge oder Geräte mit Sensoren ausgestattet, welche den Zustand des Gerätes ständig überprüfen. Die Messergebnisse werden an ein zentrales System weitergeleitet und ausgewertet. Stellt das System einen Fehler fest oder prognostiziert ein Problem erstellt es automatisch einen Wartungsauftrag. Also Ölwechsel nicht nach einer festen Kilometerzahl sondern dann wenn er notwendig ist.

Dies zeigt das BIBA anhand eines Demonstrators am Stand, der die Temperatur von kühlem Bremer Bier in einem Eimer mit Eis überwacht und einen Auftrag erstellt (mehr Eis), wenn die Temperatur steigt. 

Technologie am Körper - Sichere Wearable Systeme (SiWear)

Es mutet schon ein wenig futuristisch an, was das SiWear Projekt auf der CeBIT vorstellt und erinnert einem an Science-Fiction Filme. Aber geht es nach den Projektpartnern, zu dem unteranderem SAP und das Mobile Research Center Bremen  gehören, so soll dieses und ähnliche Wearable Systeme bald zum Alltag in Unternehmen gehören. Die Rede ist von am Körper getragener EDV-Systeme zu dessen Bestandteile unter anderem ein Head Mounted Display, ein Bluetooth-Headset und eine Fingermaus gehören können. 

Solche Systeme sollen Arbeitsprozesse direkt an der Maschine vor Ort enorm vereinfachen und den klassischen Medienbruch beim Übergang von papiergestützten zu computergestützten Prozessen vermeiden. Dennoch scheint es in diesem Bereich zum Teil noch Berührungsängste zu geben, vor allem durch ältere Arbeitgeber. Diese Berührungsängste möchte das SiWear abbauen und Usability-Studien durchführen um die Akzeptanz in diese Technologie zu erhöhen. Zumindest auf der CeBIT war von Berührungsängsten dann nicht viel zu spüren. 

In Halle 4 auf dem SAP-Stand ist zu dem ein Beispiel-Szenario aufgebaut, wo man SiWear in Aktion bei der Kommissionierung in einem Lager betrachten kann.

E-Sport einmal anders - Roboterfussball

In Halle 9 auf dem Stand des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) präsentiert sich auch das Robotics Innovation Center des Standortes Bremen. B-Human heißt das Projekt welches in Kooperation zwischen der Bremer Uni und dem DFKI durchgeführt wird. Studenten aus dem Studiengang Informatik entwickeln dabei Software welche in Robotern zum Einsatz kommt. Die Roboter messen sich regelmäßig beim RoboCup im Roboterfußball  und müssen daher ständig weiterentwickelt, um nicht zu sagen trainiert, werden. Auf der CeBIT lassen die Studenten ihre Roboter gegeneinander antreten und laden die Zuschauer zum mitfiebern und anfeuern ein. 

 

Die CeBIT 2010 in Hannover hat noch bis einschließlich Samstag von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Tagestickets für Studenten gibt es am Samstag für 17 EUR.

 

Von: Christian Lüdke


Weiterführende Links:

www.biba.uni-bremen.de
www.siwear.de
www.b-human.de
www.cebit.de
 CeBIT 2010 offen für alle - 02.03.2010 23:20
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